Neujahrsgottesdienst in St. Johannis am 1. Januar 2018

St. Johannis

Predigt:
Diakon Günter Neidhardt

"Jahreslosung 2018 -
Offenbarung 21,6"

Kanzelgruß, stilles Gebet 

Liebe Gemeinde, 

vom Wasser erzählt uns die Jahreslosung, also das Bibelwort das über dem neuen Jahr steht. Wir finden die Jahreslosung im Buch der Offenbarung: 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. 

Ihr Lieben, 

wer schon einmal richtig Durst hatte, und diesen Durst nicht so einfach und sofort stillen konnte, der weiß wie dramatisch das sein kann. Etwa wenn man unterwegs ist, nicht genug Flüssigkeit dabei hat und lange dauern wird, bis wieder eine Ortschaft, ein Brunnen oder eine Quelle erreicht werden kann. 

Wenn die Kehle ausgetrocknet ist, die Zunge am Gaumen klebt und die Lippen spröde und rissige werden. Alles Geld und Gold sind dann nichts wert, wenn man kein Wasser mehr hat. Und wenn es ganz schlimm kommt, man zu verdursten droht, da wäre wohl jeder bereit alles, wirkliche alles zu geben, für einen Schluck Wasser. 

Wasser, das ist zurecht das wertvollste Gut dieser Erde. Voraussetzung für alles Leben. Kein Element ist dem Menschen, der ja selbst zu 80% aus Wasser besteht so existentiell wichtig. Es sicher etwas dran, wenn uns Zukunftsforscher vorhersagen: Die nächsten großen Weltkonflikten, Kriege werden nicht mehr um Energieträger wie Erdöl ist geführt. Nein. Die nächsten Kriege werden um den Zugang zu Wasser geführt werden. 

Die Bibel greift das Bild vom Wasser und der Quelle häufig auf. Die Menschen zur biblischen Zeit wussten um die Kostbarkeit von Wasser für Mensch und Tier. Sie wussten auch ihre Abhängigkeit von Oasen, von Brunnen, vom Wasser. 

Die Region um Israel und Palästina ist ja nicht so reich gesegnet mit Wasservorkommen und so war damals schon der Streit um Wasser einer der die Problemfaktoren, der die politischen, kulturellen und religiösen Konflikte im Nahen Osten, bis heute, so schwer lösbar machen. 

Wenn es also darum geht, lebendiges Wasser zu geben, dann war, dann ist allen Beteiligten klar: Hier geht es ums Tanze. Um Leben und Tod. 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ 

Sie haben alle am Beginn des Gottesdienstes eine Bildkarte bekommen. Ich darf sie bitte, diese Karte jetzt in die Hand zu nehmen und sich das Bild ruhig und genau anzuschauen. Dazu hören wir etwas Musik. 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ 

Wasser in Fülle, das wird auf dem Bild von Andreas Felger sehr deutlich dargestellt. Die biblischen Worte sind von tiefblauen, emporsteigenden Wasserwogen umgeben. Immer mehr, immer kräftiger, immer dynamischer füllt die Quelle des lebendigen Wassers das Bild. 

Nicht ein Tropfen auf dem heißen Stein, nicht abgestandenes, schales Brackwasser. Nein, frisches Wasser, Quellwasser. Wie zum Wasserfall vereint. 

Und wie die Wasserwellen wieder hochzüngeln, erinnert es uns an die Flammen des Heiligen Geistes an Pfingsten. 

So ist die Begegnung mit dem lebendigen Wasser, wie die Begegnung mit dem Heiligen Geist, der Kraft, Mut , Zuversicht und neues Leben schenkt. Ein Leben voller Dynamik und Kraft, das uns vielleicht sogar ein bisschen durcheinander wirbelt. 

Lebendiges Wasser. Die Taufe ist das sichtbare Zeichen für diese Begegnung mit dem dreieinigen Gott. In der Taufe schenkt uns Gott dieses lebendige Wasser. Es steht stellvertretend für unvergängliches, für ewiges Leben. 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ 

Umsonst! Dieses Wasser müssen wir uns nicht mühsam erarbeiten, um diese Wasser müssen wir nicht kämpfen, es nicht erarbeiten im Schweiße unseres Angesichts. Es ist kostenlos. Umsonst. 

Das ist eine wunderbare Zusage, gerade auch für die, die sich oft so mühsam um ein erfolgreiches Leben mühen und doch immer nahe am Verdursten, und am dahinvegetieren sind. 

Lebendiges Wasser umsonst. DAs ist eine wunderbarte Überschrift über diese neue Jahr 2018. 

Es sind ja viele Menschen, die sich danach sehnen, dass ihr Durst gestillt wird. Der Durst nach Anerkennung, nach Erfüllung, nach Liebe, nach Nähe, nach Geborgenheit, nach einer Lebensperspektive. Gerade ihnen gehört dieses Wort besonders. Den Menschen, die zwar physisch leben, innerlich aber ausgetrocknet sind. 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ 

Wer diesen Zuspruch annehmen kann, der erhält neues Leben. 

Unsere Jahreslosung steht im Buch der Offenbarung, also ganz hinten, im letzten Buch der Bibel. Der Bibelvers, so verstehe ich das, ist so etwas wie eine Zusammenfassung am Ende des Neuen Testamentes. Eine wunderbarte Verheißung für unser Leben hier – und eine Tages- bei Gott. 

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ 

Ich wünschen ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr. Gesegnet durch Gottes lebendiges Wasser. 

Amen

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