Entstehung unseres Kindergartens

Der Pfarrer-Fritz-Anke-Kindergarten, ein frühes Zeugnis der Sozialgeschichte der Gemeinde Oeslau

Zu seinen Anfängen: Im August 1907 feierte das Annawerk, Schamott und Tonwaren, sein 50-jähriges Bestehen. Der Inhaber, Komerzienrat Rudolf Geith, nahm dies zum Anlass, eine Stiftung zur Gründung eines Kindergartens für Oeslau und Umgebung ins Leben zu rufen. Die Stiftung wurde nach ihrem Gründer benannt: "Rudolf Geith Stiftung". Sie wurde von einem Gremium verwaltet.
Frau Else Bokelmann, geprüfte Kindergärtnerin, war die erste Leiterin des Kindergartens. Sie wohnte im 1. Stock dieser Einrichtung. Monatlich verdiente sie 60 Mark und bekam einen Heizungszuschuss von 10 Mark. Die Wohnung war mietfrei und möbliert.
Im 3. Reich musste die Stiftung an die NS-Volkswohlfahrt abgetreten werden. Diese betrieb dann auch den Kindergarten auf ihre Art und Weise.
Nach 1945 wurden Gebäude und Grundstück von der US-Militärregierung als Parteivermögen beschlagnahmt. Wohl führte die politische Gemeinde den Kindergarten weiter, sie war aber nicht in der Lage den Kindergartenbetrieb wegen der schwierigen Finanzlage ordnungsgemäß aufrecht zu erhalten. Das Gesundheitsamt beantragte sogar seine Schließung. Er war aber für Oeslau und Umgebung dringend notwendig. So musste schnellstens eine Lösung der Probleme gefunden werden.
Pfarrer Fritz Anke nahm sich der Sache an. Er gründete einen Kindergartenverein, dessen Mitglieder sich tatkräftig für den Kindergarten einsetzten. Besondere Unter-stützung fand Pfarrer Anke bei Frau Rut Stocke, die als Vertreterin der Firma Goebel und des Roten Kreuzes Mitglied des Kindergartenvereins war. Weitere Mitglieder waren: Bürgermeister Boseckert für die Gemeinde Oeslau, Herr Dr. Körber für die Annawerk AG, Herr Kurt Meisinger (ebenfalls Annawerk), Dr. med. Schröter für die Ärzteschaft Oeslau, Herr Arno Lohfink für den VdK-Heimkehrerverband Oeslau und Regierungsoberinspektor Fleischmann für den Landkreis Coburg.
Vordringliche Aufgabe war es, Gelder zu beschaffen, um das Gebäude instand setzen zu können. Wohltätigkeitsabende und Spendenaufrufe standen am Anfang.
Der Umbau und die gründliche Renovierung konnten nun recht bald erfolgen, so dass der erweiterte Kindergarten 1955 eingeweiht werden konnte. Die Arbeit des Kindergartenvereins erwies sich auch weiterhin als sehr fruchtbar: es wurde immer etwas verbessert und auf den neuesten Stand gebracht.
1984 wurde der Verein aufgelöst, die evangelische Kirche übernahm das "Erbe" der "Rudolf Geith Stiftung".

Im Andenken an den ersten Pfarrer der St. Johanniskirche wurde der Oeslauer Kindergarten am 15. September 1984 in Pfr.-Fritz-Anke-Kindergarten umbenannt.

Im Jahr 2008 konnte er sein 100jähriges Jubiläum feiern. 2017 wurde dann aufgrund eines erhöhten Bedarfs ein Neubau beschlossen. Im April 2018 konnte der Betrieb in den neuen Räumen der Pfarrer Fritz Anke Kindertagesstätte (neuer Name) aufgenommen werden.

Aktuell haben 12 Krippenkinder (unter 3 Jahren) und 50 Kindergartenkinder täglich hier die Möglichkeit zu toben, zu spielen, zu lernen, sich kreativ auszudrücken und sich zu entwickeln - angeleitet und unterstützt durch das pädagogische Fachpersonal. Das große, aber dennoch übersichtlich strukturierte Außengelände lädt die Kinder zum Klettern, Fahrzeugfahren, Buddeln und Schaukeln ein.