Familiengottesdienst mit dem Kindergarten St.Johannis am 2. Advent - 07.12.2014

St. Johannis

Predigt:
Diakon Günter Neidhardt

"Ein Stern weist uns
den Weg"

Gnade sei mit euch und Friede, von Gott unserem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Liebe Gemeinde

„Du bist der schönste aller Sterne“, sagt der Maulwurf zur Laterne. „Was du da siehst ist Lampenlicht, könnt ich sagen, tu‘ s aber nicht“

Ja, so kann man sich täuschen. Zum Glück folgen wir Christen einem weitaus größeren Stern, dessen Erscheinen wir jedes Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit feiern.

Obwohl so sicher bin ich mir manchmal doch nicht, ob der vielen „Laternen“. Bei mir, nahe unseres  Hauses, ein paar Straßen weiter steht eines dieser schier unglaublich geschmückten „Weihnachtshäuser“. Tausende von Lampen und Lämpchen, leuchten, blitzen, blicken, in allen Farben, am Haus direkt, im Vorgarten und am Zaun.

 Und jeden Tag, wenn es dunkel wird, kommen ebenso viele Menschen um sich diese Lichtshow zu betrachten. Die Straßen sind verstopft, zugeparkt und teilweise musste die Polizei die ganze Straße sperren.

Es ist natürlich schön, wenn man der Adventzeit und der Vorbereitung auf das Christfest so viel Aufmerksamkeit schenkt, aber manchmal, da habe ich doch den Eindruck, dass bei all der Laternenbeleuchtung, der eigentliche Weihnachtsstern, der uns zur Krippe führt, nicht (mehr) recht zu sehen ist.

„Du bist der schönste aller Sterne“, sagt der Maulwurf zur Laterne. „Was du da siehst ist Lampenlicht, könnt ich sagen, tu‘ s aber nicht“.

Ja, es besteht die Gefahr vor lauter Beleuchtung das wahre Licht zu vergessen.

Ein Stern (EIN!) Stern war es, der damals den drei Weisen, Königen, Sterndeutern den Weg nach Bethlehem wies. Die Geschichte steht in unserer Bibel, im Matthäusevangelium und geht so:

Männer aus dem Osten, dem Morgenland sahen einen besonderen Stern am Himmel und sie haben erkannt, da wird ein König geboren. Da machten sie sich auf die lange Reise und der Stern des neugeborenen Königs ging vor ihnen her. Erst über dem Stall in Bethlehem, wo das in der Krippe Kind lag, stand der Stern  still. Sie gingen hinein und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Sie warfen sich auf den Boden und beteten es an. Dann breiteten sie ihre Geschenke vor ihm aus: Gold Weihrauch und Myrrhe.

Es war ein weiter, langer Weg, den die drei Weisen aus dem Morgenland zu gehen hatten. Wenn man so will, war das ihre Vorbereitungszeit, ihre Adventszeit. Der Stern bestimmte das Tempo, auf den Stern mussten sie sich konzentrieren. EIN Stern!

Es ist wohl gut und  wichtig, sich Zeit der Vorbereitung der Einstimmung auf ein großes Ereignis zu nehmen. Hinter den elektrischen Lampen, den Stern, den eigentlichen Stern, nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein Stern, der Stern weißt uns den Weg zur Krippe, zu Jesus, dem Sohn Gottes.

Der Stern weißt uns den Weg. Es ist gut, dass wir diesen Wegbegleiter haben. Auf dem Weg zu Weihnachtsfest aber ebenso auf unserem ganzen Lebensweg. Wir sind nicht allein.

Da ist dieser Stern, der uns die Richtung weist, der uns Orientierung gibt, wenn wir selbst mal nicht mehr so recht weiter wissen. Wenn Entscheidungen zu treffen sind, für uns selbst, für die Familie.  Schau auf den Stern.

Da ist dieser Stern, der auch dann noch Licht gibt, wenn wir meinen unser Leben ist nur noch dunkel, wenn in schweren Stunden scheinbar kein Ausweg zu entdecken ist. Schau auf den Stern, der zu Jesus führt.

Da ist dieser Stern, der auch die Wegränder bescheint und so unseren Blick weiten kann, für die die am Rande sitzen, die vielleicht jetzt gerade uns brauchen. Ein gutes Wort eine helfende Hand. Schau auf den Stern, er weitet unseren Blick, lässt so etwas helles und warmes, wärmendes  von uns abstrahlen.

In einem alten Prophetenwort heißt es: „Das Volk das im Finstern wandelt sieht ein großes Licht“. Damit ist genau diese Hoffnung ausgedrückt: Wir müssen nicht im orientierungs- und hoffnungslos im Dunkeln tappen.

Da ist einer auf dessen Geburtstag wir uns im Advent vorbereiten, der von sich selbst sagt:

ICH BIN DAS LICHT DER WELT.

Und so wünsche ich ihnen eine gesegnete Adventszeit, mit weniger Laternen und mehr Licht in der Vorfreude auf das Weihnachtsgeschehen. Gott kommt.

AMEN